Wir hatten vor einiger Zeit an anderer Stelle die neue Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausführlich vorgestellt und neue Funktionen und Layouts gelobt. Gleichzeitig hatten wir aber auch Kritik geübt, da auch bekannte Probleme auf der Seite nicht abgestellt wurden.
Stellenportal vom Arbeitsamt – Scheinjobs und Werbeschleuder
Wir stehen selbst mit zwei Personen dort noch als “Jobsuchend” drin, da die Nutzerdaten bei einer Abmeldung von der BA dort nicht automatisch gelöscht werden und ab und an kommt es auch so zu anrufen von Personalern und Werbetreibenden.
Gerade im Vertriebsbereich wurde die Jobbörse förmlich als unglaublicher Datenpool entdeckt. Die Onlineausgabe des Focus veröffentlichte heute
Noch immer sind Mailadressen von Arbeitgebern mit der Maus markierbar und damit auch von Spambots und bösen Menschen sammelbar. Und noch immer ist es problemlos möglich, sich als Firma anzumelden – egal ob man eine hat oder nicht – und auf Bewerberdaten zuzugreifen. Man muss noch nichteinmal eine Betriebsnummer angeben.
Diese kann man dann, so man etwas über kriminelle Energie verfügt, zum Aufbau eines Datenpools (so machen es jedenfalls die privaten Arbeitsvermittler) oder für Werbeanrufe und Werbebriefe verwenden. So verwundert es auch nicht, wenn sich die Anrufe für Gewinnspiele häuffen und auch der Briefkasten mal wieder vor lauter Reklame überquillt.
Als “Unternehmen” kann m an sich so auch leicht und automatisiert von Bewerbern Unterlagen zuschicken lassen – komplett mit Lebenslauf, Zeugnissen und allen Kontaktdaten. Was für ein Pool. Da klatschen alle Vertriebler in die Hände. Gleichzeitig fördern die Mitarbeiter der BA dieses Treiben noch, indem sie auf die eingestellten Stellenangebote – die oft keine sind – Zugriff haben und den Arbeitslosen natürlich dies als Stelleangebot vorschlagen. Ein Kreislauf, der auch der BA bekannt ist. Selbst kommerzielle Stellenbörsen nutzen das BA-Portal für die kostenlose Verbreitung von teuer bezahlten Stellenanzeigen und bauen sich so auch weiter den Bewerberpool auf.
Leider ändert sich da nichts und es wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.
Uns bleibt an dieser Stelle nur, allen Arbeitslosen mit Profil im Portal der BA, die persönlichen Daten weitgehend anonym zu halten. Auch eine Festnetznummer sollte man nicht angeben und auf eine E-Mail-Adresse ggf. ganz verzichten.
Hat man dort noch ein Profil und ist nicht mehr im Leistungsbezug der BA, sollte man es zwingend löschen. Wer das Passwort für den Zugang vergessen hat, kann sich über das Portal oder den ehemaligen Arbeitsvermittler ein neues Kennwort zusenden lassen.
